Meine Videos

Am 5. Mai hätte ich in Winterthur vor einer Klasse Wirtschaftsinformatiker stehen sollen und über das Thema SAP in einem grossen Unternehmen gesprochen werden haben sollen. Aufgrund der aktuellen Situation war das eben nicht so und so habe ich diverse Videos prodzuiert, primär für Studenten die an der virtuellen Veranstaltung (Teams Session) nicht teilnehmen konnten/wollten. Die Videos findet ihr hier:

SAP Berechtigungen bei Sika

SAP Cloud in der Sika

Vom Blech zur Wolke

ERP in the Cloud: Meine Gedanken

Für den Leistungsnachweis setze ich mich kritisch mit den Videos auseinander. Folgendes Feedback liess ich einfliessen
Bekannte
Mein Arbeitskollege
Eine Teilnehmerin von der E-Didaktik Lerngruppe
Der Dozent an der ZHAW Tim Geppert
Mein eigentlicher Peer Reviewer aus dem CAS Basil Thalmann

Grundsätzlich war das Feedback positiv. Hier mein Kommentar zu einigen Punkten.

Ich habe nur Bahnhof verstanden
Das ging mir genau so, als ich bei Basil seine Vorlesung (für den CAS) besuchte, ich bin schliesslich kein Chemiker. Man hat im CAS bewusst darauf geachtet, dass man mischt. Ich habe vielleicht nicht ganz klar geschaut, wie sich das Modul, welches ich auch mal besuchte, verändert hat. Kritisiert wurden die vielen Fachbegriffe: Ich würde in Zukunft zumindest ein Glossar zur Verfügung stellen, ganz klassisch als PDF oder auf der Lernplattform.

Die Tonqualität ist gut
Grundsätzlich verwende ich ein einfaches USB Mikrophon, welches ich auf für meinen Podcast nutze. Der Raum wo ich aufzeichne ist nicht optimal, aber es freut mich natürlich, dass der Ton für gut befunden wurde.

Das Design ist nicht einheitlich
Ich habe mir überlegt, alles mit dem Sika Template zu machen. Ich bin aber nicht in offizieller Mission der Sika da und so ein Gang zu «Corp Comm» kann lange dauern. Ehrlich gesagt, ich wollte auch einfach das Designer Feature von PowerPoint testen.
Ich hoffe ja, dass ich beim nächsten Mal wieder Onsite sein kann. So oder so: Ich würde dann wohl das ZHAW Template verwenden oder ein eigenes, da ich eben nicht mit der offiziellen Stimme meines Arbeitgebers spreche.

Folien sind teilweise zu komplex
Das war teilweise auch das Ziel. Ich wollte zeigen, dass eben die Theorie «Sie berechtigen einen Mitarbeiter für Kreditoren» in der realen Welt eben nicht so ist. Basil hat mit aber gute Tipps gegeben, dass man mit einem virtuellen Laserpointer arbeiten könnte.

Wie ist der Zusammenhang zwischen Screencast und Präsenz
Da ging in der Tat etwas in die Hose und daraus lernen wird. Ich ging in der Tat davon aus, dass die Video aufmerksam geschaut würden und dann in der Vorlesung diskutiert würde. Aber eben: Es ist ein spezielle Situation, die Studis waren in besagter Vorlesung schon sehr ausgelastet und ich bin ein externer Redner. Wäre ich der Hauptdozent gewesen, wäre es anders gekommen.

Was lerne ich daraus?
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Ich habe es toll gefunden diese Videos zu produzieren. Ich war zu geizig mir Camtasia zu holen und auf eine Schwarzkopie hatte ich auch keine Lust. Also war es eben PowerPoint. Würde ich das als «richtiger» Dozent machen, wären die Videos sicher anders geworden.

Das Medium Screencast hat mich aber fasziniert und ich hoffe es auch im berfulichen Umfeld nutzen zu können. Von meinen Podcast sollte ja klar sein: Quaseln kann ich…

Mein E-Didaktik Mikroprojekt

Es ist anzumerken, dass ich (noch) kein volles Mandat an einer Hochschule habe. Meine Lektionen halte ich als externer Referent. Trotzdem möchte ich einen Ansatz präsentieren, welcher auch bei meinem Arbeitgeber zum Einsatz kommen kann.

Hintergrund
Im Modul ERP-Systeme wird auch praktisch an einem SAP-System gearbeitet. Das SAP-System steht an der Hochschule Wallis. Es handelt sich um ein vollständiges Schulungssystem (IDES System mit Demodaten) und ist grundsätzlich über das ganze Internet erreichbar.

Im klassischen Unterricht präsentiert der Dozent einen Prozess und teilt seinem Bildschirm am Beamer. Die Studenten haben die SAP Software auf ihrem Notebook installiert und arbeiten gemeinsam am Prozess. Da der Bildschirm des Dozenten immer sichtbar ist, kann sich der Student gut orientieren.

Es gibt aber auch Aufgaben in Gruppen. Die Studenten verteilen sich mit ihren Laptops und lösen eine Aufgabe. Es ist natürlich ganz einfach möglich, die Bildschirme der anderen Teilnehmer zu sehen und bei Fragen und interagieren.

Durch die Corona Situation findet also vorerst kein Präsenzunterricht mehr statt. Es handelt sich um Wirtschaftsinformatikstudenten. Man kann durchaus davon ausgehen, dass diese gegenüber neuer Technologie aufgeschlossen sind. Es gibt diverse Tools, um einen Bildschirm zu teilen, sei es Teams, Adobe Connect oder Zoom.

Gerade in dieser Situation sehe ich aber Probleme. Oftmals ist nur ein Bildschirm vorhanden und so ist es sehr mühsam gleichzeitig dem Dozenten zu folgen und die Aufgabe dann auszuführen.

Frage: Sollten solche Blöcke auf asynchron umgestellt werden? Der Dozent produziert also ein Video. Dies hat den Vorteil, dass der Student es immer wieder anhalten kann und dann die Schritte ausführen kann?

Bei der Gruppenarbeit wäre es kein Problem zusammen ein Meeting mit Teams zu machen.

Frage: Ist die bestehende Lösung der ZHAW, Microsoft Teams, für diese Szenario sinnvoll? Angenommen der Fokus liegt darin möglichst schnell auf andere Bildschirme zu wechseln, kann eine andere Software eingesetzt werden? Sollte eine andere Software die Anforderung besser abdecken können, ist es überhaupt möglich diese Software einzusetzen, oder gibt es technisch oder vertragliche Einschränkungen?

Schliesslich: Die Klausur findet im Computerraum der Hochschule statt. Dabei wird auf einem speziellen SAP System gearbeitet, welches es erschwert von anderen «abzuschreiben». Zusätzlich soll verhindert werden, dass die Teilnehmer kommunizieren (Via Chat), allerdings ist es zum Beispiel erlaubt die Online-Hilfe von SAP zu benutzen.
Es ist einfach zu sehen, ob ein Student im «Prüfungsmodus» ist. Wie üblich bei einer Klausur, ist der Dozent anwesend und kann die Massnahmen ebenfalls kontrollieren.

Frage: Muss die Art wie der Stoff geprüft wird, komplett geändert werden? Oder ist dies nur mit einer Art «Totalüberwachung» möglich? Würden die Klausurteilnehmer es akzeptieren, dass Software auf ihrem privaten Notebook installiert wird, welche teilweise über erweiterte Berechtigungen verfügen muss?

Präzisierung: Ich möchte ein Konzept als Mikroprojekt vorlegen aber noch keine fixfertige Lösung. Gerade bei der Frage über den Leistungsnachweis müsste auch programmiert werden was die Dimensionen sprengen würde. 

Text vom Takt 1 – Apero

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag als “Videopodcast” publizieren. Da es jetzt ein wenig schwierig ist, ins Studio zu kommen, eben nur in Text.  Daher schreibe ich auch, «Wie mer da Schnabel gwachse isch»

Damit meine Gedanken in einen Kontext gebracht werden können, sei zu erwähnen, dass ich meine HMS+ 1998-2001 absolvierte, meinen Bachelor an der ZH(A)W 2001-2004.

In Bezug auf E-Didaktik aber auch generell selbstgesteuertem Lernen, hat sich in dieser Zeit enorm viel getan. 

Am Homecoming-Day 2018 der Kanti Enge meinte mein Klassenlehrer im Gespräch:

Christian, du würdest die Ausbildung nicht mehr erkennen, es hat sich sehr auf das Selbststudium fokussiert. Du mit deinem eigenen Notebook bist kein Exot mehr!

E-Learning war während der Kanti Zeit ein Fremdwort. Man hat zwar die Informatik als Hilfsmittel eingesetzt, aber an der eigentlichen Aufgabestellung hat sich eigentlich nichts geändert.

Die Motivation wird im Text vertieft behandelt und zieht sich wie ein roter Faden durch den CAS. Ich möchte zwei Beispiele aus meinem ZHW Bachelor erwähnen. Sie sollen negative als auch positive.

E-Learning Accounting
Der Studiengangleiter kündigte gross an, dass man jetzt auf die modere Plattform Moodle setzen werde. Zudem werde man die Module Englisch und Accounting kombinieren. Die Ernüchterung war aber gross: Es wurden im Moodle schlicht ein paar Texte zur Verfügung gestellt, allerdings ohne Mehrwert – im Präsenzunterricht hätte man sie uns ausgedruckt.
Der Frust war entsprechend gross und schnell sprach man von Sparmassnahmen.
Was hat uns aber motiviert Die Tasks doch zu erfüllen? Ohne diesen Task keine Modulprüfung.
Da sind sich wohl alle Teilnehmer vom CAS einig, DAS ist nicht wie es sein sollte.

In einem anderen Fach wurde uns PHP und MySQL beigebracht. Eine Technologie, wo auch Ilias darauf basiert. Frontalunterreicht existierte praktisch nicht. Die Vermittlung des Stoffs erfolgte im Selbststudium, teilweise sogar mit Videos.

Als Leistungsnachweis wurde verlangt, dass wir einen DVD-Shop programmieren, gemäss Anforderungsliste. Ich hatte den DVD-Shop relativ früh fertig, weil mich die Technologie faszinierte. Doch dann, merkte ich, dass mein guter Freund Raphi noch eine zusätzliche Funktion implementiert hat. Ich versuchte ihn zu übertrumpfen. Auch wenn ich den Leistungsnachweis schon längst erfüllt hatte, mein Ehrgeiz liess mir keine Ruhe.

Der Dozent war am Schluss auch überwältigt und meinte, er hätte so etwas noch nie gesehen. Das war für mich natürlich enorm befriedigend, auch wenn es sich im Schema “Aufwand zu ECTS” nie ausgezahlt hat, ich war noch selten so motiviert. 

Ich würde das aber nicht auf den Dozenten schieben, es schien mir einfach die spezielle Konstellation.

Die Medienkompetenz ist auch ein wichtiges Thema im Text. Gerade in schweren Zeiten wie Corona ist diese Fähigkeit enorm wichtig.

Was mache also mit einer Quelle?

Ich stelle mir vor, ich bin Dozent für das Modul VWL1 und sehen einen Tweet von Donald Trump. Kann ich diesen Tweet in meiner Lektion nutzen?

Natürlich!
Ich würde aber meine Studenten bitten, ihr Gedanken zum Thema zu formulieren.

Auch ein Video von FOX News könnte ich in meiner Vorlesung sehen, aber immer mit dem Fokus: Think what you see!

Vielleicht würde ich meinen Studenten auch sogar gewisse „Fake News“ anbieten, aber ich wäre mit ziemlich sicher, sie würden sie erkennen und würde dafür auch einige Zeit verwenden. Es wäre mit ein Anliegen, dass die Studenten lernen, Quellen entsprechend zu bewerten.

Wir sind jetzt in einer Situation, da hätte keiner damit gerechnet. Adobe Connect hat bei uns im Modul 2 mehr oder weniger funktioniert. Es ist selbst für mich als Nerd sehr stressig so ein Modul einfach nur am Bildschirm zu haben.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag.